Garten im April

In dieser wirklich verrückten unwirklichen Zeit ist wahrscheinlich jeder doppelt dankbar für den eigenen Garten oder Balkon…

Narzissen
Narzissen bringen erste Farbe, aber sollten nach der Blüte ausgeputzt werden.

Wenn Sie im Garten frühe Narzissen haben, die schon verblüht sind, sollten Sie die verblühten Blüten abschneiden oder abknipsen, damit die Kraft zurück in die Zwiebel geht. Sollten Sie ihre Zwiebelpflanzen immer noch nicht gedüngt haben, können Sie auch noch mehrfach mit Flüssigdünger gießen. Flüssigdünger wird nicht im Boden gespeichert, sondern wirkt sofort. Eigentlich gießt man mit ihm nur die Kübelpflanzen einmal in der Woche. Damit können Sie auch schon anfangen, jedenfalls mit den alten Kübelpflanzen.

Topfpflanzen sollten alle zwei, spätestens drei Jahre umgetopft werden. Achten Sie auf gute, torffreie Blumenerde ( siehe mein Angebot). Aber auch diese ist nur für ein paar Wochen aufgedüngt  und braucht dann durch Flüssigdünger Nachschub. Mein Tipp ist, sich einen Wochentag zu merken, an dem immer gedüngt wird. Nach Gefühl klappt das nämlich nie.

Optimal wäre es, jedes Mal beim Umtopfen einen größeren Topf zu nehmen. Das geht aber irgendwann verständlicherweise nicht mehr. Dann schneiden Sie mit einem alten Messer oder einer alten Säge rings rum und auch am Boden eine dicke Scheibe durchwurzelter Erde ab, damit im alten Topf wieder Platz für neue Erde geschafft wird.

Ich habe jetzt auch wieder unter meine ganzen Kübelpflanzen Untersetzer gestellt (okay, eigentlich waren es meine Kinder), damit ich mir das Gießen im Sommer erleichtere.

Ansonsten sollten die Staudenbeete, Gemüsebeete, der Rasen, Obstbäume und Sträucher spätestens jetzt mit einem organischen Universaldünger und/ oder Kompost versorgt werden, damit den Pflanzen die Nährstoffe beim Austrieb auch zur Verfügung stehen.

Meine Söhne haben den Rasen auch schon zweimal gemäht und er ist gedüngt. Wenn Sie einen Mulchmäher haben, sollten Sie trotzdem den ersten Schnitt nach dem Winter mit einem Fangkorb mähen, da der Rasen ja auch im Winter wächst und dann zu hoch ist.

Im Garten fängt es nun richtig an zu blühen: späte Narzissen, frühe Tulpen und mir gefälllt besonders gut der Blaustern (Scilla siberica). Dieses Blau ist einfach unbeschreiblich.

Blausternchen (Scilla siberica) bilden mit der Zeit ganze Teppiche.

Diese kleine robuste Zwiebelpflanze wird nur 15 bis 20 cm hoch und wächst am liebsten im Halbschatten, aber auch im Schatten. Sie blüht im März und April und mit der Zeit verwildert sie im Garten, so dass man irgendwann einen blauen Teppich hat.

Auch der Gefingerte Lerchensporn in der Sorte Corydalis solida’GP Baker‘ leuchtet schon von weitem. Er zieht auch relativ schnell nach der Blüte ein und macht Platz für andere Stauden. Wo er sich wohl fühlt, samt er sich aus.

Der Gefingerte Lerchensporn leuchtet richtig.

Sollten Sie zu wenig Blumenzwiebeln momentan im Garten haben, machen Sie sich Notizen und Fotos, damit Sie im Herbst nachlegen können.

Geniessen Sie Ihren Garten und bleiben Sie gesund

Ihre Gärtnermeisterin

Anja Berger

Ein viel zu warmer, aber stürmischer Februar

Der Februar war bis jetzt auch viel zu warm und auch, was viele mir jetzt vielleicht nicht glauben wollen, genau wie der Januar viel zu trocken. Im Netz kann man sich unter dem Stichwort ,,Dürremonitor“ mal Karten anschauen, in denen gezeigt wird, daß in den tieferen Bodenschichten immer noch alles sehr trocken ist.

Leider hatten wir aber auch ziemliche Stürme und ich hoffe, daß bei Ihnen im Garten nichts passiert ist. Bei uns ist ein Baumstamm, den wir vor Jahren haben stehen lassen und dann romantisch mit einer Kletterrose und Wilden Wein berankt haben, umgekippt.

So berankte Baumstümpfe sehe ich oft in den Gärten. Das geht auch ziemlich lange gut, aber irgendwann ist die Wurzel halt verfault und nicht mehr standsicher. Da müssen Sie einfach ein Auge drauf haben.

Was ist aber jetzt im Garten zu tun?

Es ist zwar erst mitten im Februar, aber ich habe auch schon begonnen, die Stauden in den Beeten zurück zu schneiden. Schneiden Sie die Stängel bodennah ab, aber schonen sie die Neuaustriebe und Frühlingsblüher. Wichtig dabei ist, hohle Pflanzenstängel nicht direkt auf den Kompost zu schmeißen oder sogar direkt zu schreddern, da in ihnen Insekten überwintern können. Sie sollten, wenn Sie irgendwie die Möglichkeit dazu haben, das Schnittgut noch einige Wochen zwischenlagern, damit die Insekten bei warmen Wetter schlüpfen können.

Bei den zwischendurch sehr warmen Tagen waren auch schon viele Bienen und auch Hummeln unterwegs. Alle Hummeln, die sie so früh im Jahr sehen, sind Hummelköniginnen. Bei ihnen überwintert lediglich die Königin, die dann im Frühjahr ein neues Volk aufbaut. Wenn Sie nicht genügend Frühblüher wie Schneeglöckchen, Kornelkirsche, Krokusse oder Winterlinge im Garten haben, und eine erschöpfte Hummel finden, können sie ihr vorsichtig auf einem Löffel Zuckerwasser anbieten. Sie wird es höchstwahrscheinlich dankbar annehmen und gestärkt davon fliegen.

Noch wichtiger ist es aber Frühblüher zu pflanzen. Oft sind dies Blumenzwiebeln, die erst im Herbst gepflanzt werden. Also machen Sie sich ruhig eine Notiz:

Mehr Schneeglöckchen, Krokusse und Winterlinge…..

Elfenkrokus
Elfenkrokus- schön zum verwildern
Eine Schneeglöckchenwiese bietet viel Nektar und Pollen

Beim Rückschnitt entferne ich auch direkt alles Unkraut, was über den Winter gewachsen ist. Gerade das Behaarte Schaumkraut Cardamine hirsuta, steht schon wieder in Blüte und wartet nur darauf, Millionen Samen in ihren Beeten zu verstreuen. Alles, was Sie so früh im Jahr entfernen, kann sich nicht mehr vermehren.

Behaartes Schaumkraut vermehrt sich leider auch im Winter

Wenn die Beete dann in den nächsten Wochen zurückgeschnitten und aufgeräumt sind, sollten sie 3 bis 5 Liter Kompost verteilen und/ oder einen organischen Volldünger.

Ansonsten genießen Sie ihren Garten, er verändert sich gerade täglich.

Ihre Gärtnermeisterin

Anja Berger