Blumenzwiebeln- die Stars im Frühjahr

Online Gartenvortrag am Donnerstag, den 18. August um 19 Uhr

Ab September können Blumenzwiebeln gepflanzt werden. Mit den sogenannten Geophyten verdoppeln Sie ihre Beetfläche, da sie überall zwischen die Stauden und Sträucher gepflanzt werden können. Ab Februar können Sie für erste Blütenhöhepunkte mit Winterlingen und Schneeglöckchen sorgen.

Die Devise heißt: Nicht kleckern, sondern klotzen!!!

Verschwinden bei Ihnen auch regelmäßig Zwiebeln oder kommen nur mit Laub, aber ohne Blüte wieder? Nach dem Vortrag wissen Sie, warum und was Sie ändern können.

Der Vortrag handelt von der Auswahl, der Pflanzung, der Pflege und der Vermehrung der Zwiebeln. Da die Sorten sehr wichtig für ein dauerhaftes Bleiben im Beet sind, stelle ich ein robustes Sortiment an Frühjahrsblühern vor.

Tulpe ‚Jan Reus‘ und ‚Don Quichotte‘

Ich verrate Ihnen ganz viele Tipps und Tricks der Profis. Es können jederzeit auch Fragen gestellt werden.

Termin: Donnerstag, der 18. August um 19 Uhr über Zoom

Dauer: circa 2 Stunden

Kosten: 24 Euro pro Person

Anmeldung über das Kontaktformular auf meiner Homepage:

http://www.die-gartenschule.de/#contact

oder per Email an anja.berger@die-gartenschule.de

Wem kribbelt es schon in den Händen?

2021 ist schon wieder fast drei  Wochen alt, sind Sie noch im Wintermodus oder kribbelt es schon wieder in den Händen, dass es draußen endlich wieder los geht?

Ich bin ja irgendwann im Herbst eigentlich immer froh, dass mal Ruhe im Garten einkehrt. Wobei ich jede  Jahreszeit im Garten genießen kann. Auf Instagram werden ab Herbst Fotos mit Sommerrückblicken und ab Januar mit Frühlingsvorschauen gepostet. Ich bin der Meinung, dass es auch im winterlichen Garten so viel zu entdecken gibt.

Asternpuschel vor Brandkrautetagen

Das Stehenlassen der Staudenbeete im Herbst hat nur Vorteile:

  1. In den hohlen oder markhaltigen Stängeln können Insekten überwintern. Dazu muss der Stängel aber entweder umgeknickt oder angeschnitten worden sein. Wie soll sonst das Insekt dort reinkommen?
  2. Die Überwinterungs- und Erneuerungsknospen sind durch die vertrocknete Blatt- und Stängelmasse besser vor Frost geschützt.
  3. Es gibt den ganzen Spätherbst und Frühwinter noch wirklich tolle Bilder und Details im Garten zu sehen.
  4. Viele Samenstände liefern in unserer immer aufgeräumteren Landschaft Nahrung für Vögel und andere Tiere.
Staudenbeet im Winter

Wenn Sie allerdings viele Blumenzwiebeln in Ihren Beeten haben, muss der Rückschnitt deswegen ziemlich früh im Jahr durchgeführt werden. Februar ist in dieser Hinsicht optimal, aber dann sollten Sie das abgeschnittene Material nicht zerkleinern oder komplett auf den Kompost geben. Besser wäre es, die Stängel separat zu lagern, damit alle Insekten die Möglichkeit haben zu schlüpfen oder aus dem Winterschlaf zu erwachen. Dies ist aber bei vielen Arten erst im April oder je nach Wetter sogar erst im Mai der Fall. Sehr dicke und markhaltige Stängel können Sie auch auf eine Länge kürzen und senkrecht ( !)  an einem Zaunpfosten oder ähnlichem befestigen.

Großblumige Zwiebelarten wie Narzissen, Tulpen oder Zierlauch brauchen Nährstoffe, damit sie auch im Frühling 2022 wieder blühen können. Da der Lebenszyklus der Frühlingszwiebeln vom Austrieb über die Blüte bis zum Welken in nur ein paar Wochen durchlaufen wird, sollten Sie das austreibende Zwiebelgrün ab jetzt bis spätestens Mitte Februar gedüngt haben. Mein organischer Dünger braucht ja auch eine gewisse Zeit, bis er umgesetzt wird.

Ansonsten habe ich angefangen, Kompost zu sieben und auf den Beeten auszubringen. Das ist zwar für das Leben im Kompost nicht optimal, aber in ein paar Wochen habe ich dafür keine Zeit mehr.

Perlkörbchen im Winter

Die vergangenen und nächsten Tage sollen sehr nass und regnerisch werden, das ist aber für den Boden immer noch nötig. 2017 hatten wir in Solingen noch 1152 Liter Regen pro Quadratmeter ( eigene Aufzeichnungen hier in Merscheid), 2018 waren es nur 769 Liter, 2019 nur 783 Liter und im letzten Jahr nur 734 Liter. Der Boden ist in der Tiefe von 1,8 Meter immer noch ausgetrocknet bei uns. Wenn Sie ihre Regentonnen im Herbst nicht geleert haben, vergießen Sie das Wasser ruhig im Garten, auch wenn die Nachbarn denken, dass Sie etwas seltsam sind…

Ich wünsche Ihnen ein schönes und hoffentlich etwas nasseres Gartenjahr 2021.

Düngung beim Zwiebelaustrieb nicht vergessen

Bald erfreuen uns die Schneeglöckchen, es dauert nicht mehr lange.

Ihre Gärtnermeisterin

Anja Berger

Jetzt schon an Blumenzwiebeln denken….

Es ist zwar erst Anfang August und der Sommer startet mit den Temperaturen wohl erst jetzt so richtig durch, aber trotzdem ist nun die richtige Zeit, sich Gedanken über die Blütenpracht im nächsten Frühjahr zu machen. Obwohl ein gut geplanter Garten seinen Gärtner das ganze Jahr über lockt, weil es immer etwas zu entdecken gibt, freut man sich doch ab Februar immer sehr über die ersten Geophyten, wie Blumenzwiebelgewächse auch genannt werden.

Da ich im Moment meine Blumenzwiebelbestellaktion laufen habe, möchte ich Ihnen einfach ein paar Frühblüher vorstellen:

Schneeglöckchen Galanthus nivalis

Das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) blüht ab Februar und bietet den Bienen und Hummeln erste Nahrung. Mit den Jahren verwildert es und bildet große Tuffs. Es gibt zwar unglaublich viele Sorten, aber das heimische Schneeglöckchen ist sehr robust und langlebig.

Winterling Eranthis hyemalis
Winterling Eranthis hyemalis

Auch der gelbe Winterling mit seinem feinen Honigduft startet im Frühjahr ganz früh und ist wichtig für die Insekten. Hat er sich einmal etabliert, versamt er sich auch gerne im Garten, wenn nicht zu viel gehackt wird.

Hummel an Elfenkrokus Crocus tommasinianus

Bei den Krokussen habe ich extra Sorten ausgewählt, die zuverlässig wiederkommen und sich auch vermehren, außer Sie haben Mäuse im Garten. Gerade der Elfenkrokus ( Crocus tommasinianus) bildet mit der Zeit große blaue Teppiche. In den Rasen gepflanzt, dürfen Sie allerdings erst nach dem Einziehen der Blätter das erste Mal mähen.

Präriekerze Camassia leichtlinii

Die Präriekerze ( Camassia) blüht zwar erst im April/ Mai, aber mit einem leuchtenden Blau und hübschen Sternchen auf einem 80 cm hohen Stiel. Ich mag die unheimlich gerne. Im Frühjahr hat sie gerne einen feuchten Boden.

Riesenkugellauch Allium’Globemaster

Die Zierlauchsorten ( Allium’Purple Sensation‘ und‘Globemaster‘) blühen im Frühjahr, bzw. Sommer   ( Allium sphaerocephalon) und werden regelrecht belagert von Bienen. Die Bälle schweben an hohen Stielen über den anderen Blüten. Da das Laub der Zierläuche aber schnell häßlich wird, sollte man sie immer zwischen andere Stauden pflanzen, damit es dann verdeckt wird.

Osterglocken Narzissus pseudonarcissus’Golden Harvest‘

Früher war ich der Meinung, eine Osterglocke muss gelb sein. Mittlerweile liebe ich auch die weissen mit zarten Duft. Osterglocken sind etwas anspruchsloser  und vertragen auch Halbschatten und etwas mehr Feuchtigkeit, während Tulpen volle Sonne und vor allem Trockenheit im Sommer brauchen. Sehr schön sind auch hier die Wildtulpen, die zwar etwas kleiner oder eine geöffnetere Blüte haben, aber sich auch gerne verwildern.

Tulpe’Don Quichotte‘

Ein besonderes Schmuckstück ist für mich noch der Bulgarische Lauch mit dem unaussprechlichen botanischen Namen Nectaroscordum siculum. Aus der schmalen aufrechten Knospe entfalten sich hängende grün bräunliche Glöckchen, die sich nach dem Verblühen zur Samenreife wieder aufrichten wie die Sagrada Familia in Barcelona.

Bulgarischer Lauch Nectaroscordum siculum

Ich denke, Sie merken, wie toll ich Blumenzwiebeln finde. Damit verdoppeln Sie die Beetfläche und sorgen für einen ersten Blütenhöhepunkt ab Februar bis in den Mai. Dann übernehmen praktisch die Stauden den Staffelstab für das Blühen.

Ein kleiner Tipp noch für die Blumenzwiebeln:

Nicht kleckern, sondern klotzen!!!

Mit 10 Allium Zwiebeln erreichen Sie leider kein Blütenmeer.

Ich wünsche Ihnen einen schönen August

Ihre Gärtnermeisterin

Anja Berger

Alles grün macht der Mai…

Der Mai hat begonnen und Ende April hat es wenigstens ein wenig bei uns geregnet.

Ich empfehle immer, irgendwo im Garten einen Regenmesser aufzustellen, damit man ein Gefühl für die Regenmenge bekommt. Bei mir waren es in der letzten Aprilwoche 28 Liter pro Quadratmeter. Nicht schlecht, hätte aber mehr sein können.

Die Pflanzen sind jedenfalls über Nacht doppelt so groß geworden und auch der Rasen ist gewachsen.

Wenn Sie viel Moos im Rasen haben, sollten Sie versuchen, die Ursache dafür zu finden.

Entweder ist ihre Rasenfläche zu sehr beschattet, was man aber meistens nicht wirklich ändern kann.

Wenn dies der Fall ist, sollten Sie den Rasenmäher sehr hoch einstellen und zwar auf 5 bis 7 cm.

Ein anderer Grund für Moos im Rasen ist Staunässe. Dies zu beheben ist auch nicht so einfach.

Manchmal hilft es regelmäßig, Lavagranulat auszustreuen, welches mit der Zeit eingeregnet wird und so den Boden lockert. Bei kleineren Flächen können Sie auch mit einer Metallstange Löcher in die Rasenfläche schlagen und diese mit Kies oder Lavagranulat auffüllen. Mit viel Glück haben Sie so die Verdichtung im Boden etwas aufgebrochen und das Wasser kann wieder ablaufen.

Moos entsteht aber auch, wenn der Säuregehalt des Bodens zu niedrig ist. Dies kann ich vor Ort auch mit einem pH- Wert Messgerät feststellen. Sollte er zu niedrig sein, kann im Winter gekalkt werden. Bitte nie auf Verdacht kalken, denn, wenn zu viel gekalkt wird, wird der Humus im Boden abgebaut und der Boden verarmt. Ein Gärtnersprichwort lautet: ,,Kalk macht reiche Väter und arme Söhne“, weil der Boden dann auf Dauer verarmt.

Weiterhin ist es wichtig, dem Rasen regelmäßig Nährstoffe in Form von Rasendünger zuzuführen. Nur so können die Grashalme gut wachsen und sich gegen das Moos und Unkraut durchsetzen.

Jetzt kommt noch ein Tipp, den viele nicht hören wollen: Einmal wöchentlich mähen!

Dadurch verzweigen sich die Halme besser und die Grasnarbe wird dichter. Rasenschnitt dünn ausgestreut ist ein hervorragender Mulch für Gemüsebeete oder unter Hecken und Gehölzen. Aber nur dünn verwenden, sonst kann die Schicht faulen.

Jetzt steht einem perfekten, satt grünen Rasen nichts mehr im Weg.

Ansonsten finde ich, explodiert der Garten gerade und es blüht schon so viel.

Die Maiglöckchen (Convallaris majalis) duften und gehören für mich einfach zu diesem Monat dazu.

Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Die Staude ist hochgiftig und da sie im Herbst knallrote Beeren hat, auch nicht gerade ungefährlich für Kinder. Der Standort ist Halbschatten. Maiglöckchen vermehren sich stark durch Rhizome, also muss der Platz gut bedacht sein. Aber sie kommen auch mit Trockenheit sehr gut zurecht.

Die spätesten Narzissen in meinem Garten sind die Dichter- oder Pfauenaugennarzissen (Narcissus poeticus var. recurvus). Diese Schönheit duftet sogar und verlängert die Narzissensaison bis in den Mai hinein.

Dichter- oder Pfauenaugenarzisse (Narcissus poeticus var, recurvus)

Wichtig ist, dass sie im Frühjahr beim Austrieb gedüngt wird und direkt nach der Blüte vom Blütenstand befreit wird, damit die Kraft zurück in die Zwiebel fließt und sich Tochterzwiebeln bilden können. Auf diese Weise werden es mit den Jahren immer mehr.

In einem Kundengarten wächst diese Kombination mit den Hasenglöckchen ( Hyacinthoides non-scripta) unter einem ziemlich großen Walnussbaum.

Dichternarzissen, Bärlauch und Hasenglöckchen

Im Frühjahr ist die Fläche darunter ein einziger Traum. Erst kommen Schneeglöckchen und Krokusse, dann der Bärlauch, der von Vergißmeinnicht, Dichternarzissen und dem Hasenglöckchen begleitet wird. Sobald das Blätterdach der Walnuss geschlossen ist, wird die Stelle zu einem schattigen Sitzplatz.

Herrlich der Mai, oder?

Ich wünsche Ihnen viel Freude im Garten und ab und an einen leichten Landregen.

Ihre Gärtnermeisterin

Anja Berger

Garten im April

In dieser wirklich verrückten unwirklichen Zeit ist wahrscheinlich jeder doppelt dankbar für den eigenen Garten oder Balkon…

Narzissen
Narzissen bringen erste Farbe, aber sollten nach der Blüte ausgeputzt werden.

Wenn Sie im Garten frühe Narzissen haben, die schon verblüht sind, sollten Sie die verblühten Blüten abschneiden oder abknipsen, damit die Kraft zurück in die Zwiebel geht. Sollten Sie ihre Zwiebelpflanzen immer noch nicht gedüngt haben, können Sie auch noch mehrfach mit Flüssigdünger gießen. Flüssigdünger wird nicht im Boden gespeichert, sondern wirkt sofort. Eigentlich gießt man mit ihm nur die Kübelpflanzen einmal in der Woche. Damit können Sie auch schon anfangen, jedenfalls mit den alten Kübelpflanzen.

Topfpflanzen sollten alle zwei, spätestens drei Jahre umgetopft werden. Achten Sie auf gute, torffreie Blumenerde ( siehe mein Angebot). Aber auch diese ist nur für ein paar Wochen aufgedüngt  und braucht dann durch Flüssigdünger Nachschub. Mein Tipp ist, sich einen Wochentag zu merken, an dem immer gedüngt wird. Nach Gefühl klappt das nämlich nie.

Optimal wäre es, jedes Mal beim Umtopfen einen größeren Topf zu nehmen. Das geht aber irgendwann verständlicherweise nicht mehr. Dann schneiden Sie mit einem alten Messer oder einer alten Säge rings rum und auch am Boden eine dicke Scheibe durchwurzelter Erde ab, damit im alten Topf wieder Platz für neue Erde geschafft wird.

Ich habe jetzt auch wieder unter meine ganzen Kübelpflanzen Untersetzer gestellt (okay, eigentlich waren es meine Kinder), damit ich mir das Gießen im Sommer erleichtere.

Ansonsten sollten die Staudenbeete, Gemüsebeete, der Rasen, Obstbäume und Sträucher spätestens jetzt mit einem organischen Universaldünger und/ oder Kompost versorgt werden, damit den Pflanzen die Nährstoffe beim Austrieb auch zur Verfügung stehen.

Meine Söhne haben den Rasen auch schon zweimal gemäht und er ist gedüngt. Wenn Sie einen Mulchmäher haben, sollten Sie trotzdem den ersten Schnitt nach dem Winter mit einem Fangkorb mähen, da der Rasen ja auch im Winter wächst und dann zu hoch ist.

Im Garten fängt es nun richtig an zu blühen: späte Narzissen, frühe Tulpen und mir gefälllt besonders gut der Blaustern (Scilla siberica). Dieses Blau ist einfach unbeschreiblich.

Blausternchen (Scilla siberica) bilden mit der Zeit ganze Teppiche.

Diese kleine robuste Zwiebelpflanze wird nur 15 bis 20 cm hoch und wächst am liebsten im Halbschatten, aber auch im Schatten. Sie blüht im März und April und mit der Zeit verwildert sie im Garten, so dass man irgendwann einen blauen Teppich hat.

Auch der Gefingerte Lerchensporn in der Sorte Corydalis solida’GP Baker‘ leuchtet schon von weitem. Er zieht auch relativ schnell nach der Blüte ein und macht Platz für andere Stauden. Wo er sich wohl fühlt, samt er sich aus.

Der Gefingerte Lerchensporn leuchtet richtig.

Sollten Sie zu wenig Blumenzwiebeln momentan im Garten haben, machen Sie sich Notizen und Fotos, damit Sie im Herbst nachlegen können.

Geniessen Sie Ihren Garten und bleiben Sie gesund

Ihre Gärtnermeisterin

Anja Berger